"passionate about the sound of a future that never was"
URban Dance:: Mutant Disco // House Muzik // Dada Tronix // Chicagogo // Italo Sicdo // Northern Narcotic // Techno Bass // Heavy Funk // Proto Tekkno // Electric Boogie // HI-NRG // Underwater Dub // Space Rock // Acid Wave // Post Punk // New Romantic // Contemporary Rhythm // Pop Disaters // Classix n Unclassics and other Dance Diviance...
Soundball enjoyed to play i.a. at
Salon des Amateurs // Disco ZWEI // Kaffibarinn // The Shack // Mudd Club // Zeitraumexit // Yachtklub // Tageins // Tunnel Club // Die Fabrik // Red Cat Club // Aerodance // Lido // Die Schlicht // Cloth 'n Cleth // Clöeb Frisch // Beta Lounge // Das Fest // Karlstorbahnhof // Schlicht See //
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City of Mannheim, Department of Culture // City of Mannheim, Kultur Raum Stadt 2020 // Marc 0'Polo Germany // Raffaele Castelli Creative Lab
Solomun is a genius when it comes to sexy club music. This remix is already rated one of his best to date and perfectly refletcs his flair for the sub-heavy downtempo funk and club-feel. Expect the cool underground clubs to have the Solomun remixes running for the entire summer season 2011. This is the 1st single taken from a full-length album coming in 2012 including some of the world's most talented singer/songwriters. On "Around" Danish Noir teamed up with Malaysian Haze for this heartfelt piece of music. Haze might be best known for his work with people like Sandy Rivera, Nic Fanciulli and Danism and the singer/songwriter proves his talent for creating emotional and melancholic vocals. Together Noir & Haze gave this track what they felt music in general is lacking today: Heart and Soul. Early club support by: Soul Clap, Tiefschwarz, Deetron, Ame, Wolf + Lamb, Gorge, Jimpster, Audiofly, Dubfire, DJ T, Gel Abril, Stephan Bodzin, Adam Port, David August, Mihai Popoviciu, Patlac, Kruse & Nuernberg, Kolombo, Aki Bergen, Uner, Einmusik, Martin Dawson, Axwell, Chris Lake, Wally Lopez, ATFC, Tom Novy, Timo Garica, Nick Warren, Doomwork, Alex Dobly, The Junkies & H.O.S.H. Club package is released on June 6th 2011. Official commercial release is June 20th 2011.
von Spreeblick von Johnny Haeusler
Es ist offenbar nicht mehr möglich, PRO Urheberrecht zu sein (was ich bin), ohne sich mit Artikeln gemein zu machen, die entweder pure Propaganda oder Panikmache vor einer Partei sind. Oder beides.
Ich schüttle selbst oft genug den Kopf ob einiger Aussagen der Piratenpartei und teile viele der von dort wiedergegebenen Statements zum Thema genau: gar nicht. Doch selten war ich so erschüttert von der Qualität angeblicher Journalismus-Profis, wie in diesen Zeiten der Debatten ums Urheberrecht.
„Was nichts kostet, kann auch nichts wert sein“?
Aha.
Wikipedia: Nichts wert? Nachbarschaftshilfe: Nichts wert? Gemeinnützige Arbeit: Nichts wert? Meine Texte, die ich seit 10 Jahren ins Netz stelle: Nichts wert? Instagram, hihi: Nichts wert??
Wie furchtbar eindimensional ist eigentlich so ein Leben, in dem man Werte nur anhand ihres Handelspreises misst?
Aus dem gleichen Artikel: „Wenn es mit Produkten, für die das Urheberrecht erdacht ist, nichts mehr zu verdienen gibt, werden sie einfach irgendwann verschwinden.“
Gähn. Die Gefahr besteht wohl kaum, denn auch der ökonomische Mensch ist kreativ, erfindet immer neue Arten, Geld zu verdienen und tut das auch fleißig, fragen sie mal dieses US-amerikanische Unternehmen, das diese Dinger herstellt, mit denen jetzt jeder rumläuft, hier, dieses … Apple!
Zudem: Es gibt trotz 20 Jahren Internet und der inzwischen Jahrzehnte andauernden Panikmache seitens der diversen Medienunternehmen immer noch Künstler von Mainstream bis Underground, von Lady Gaga bis Ja, Panik!, es gibt Bestseller unter den Buch-Autoren und kommerziell wahnsinnig erfolgreiche TV-Serien, mit deren Produktionsbudget man Griechenland kaufen könnte.
Meine Familie und Millionen anderer Menschen auf diesem Planeten geben mehr Geld denn je aus für „Produkte, für die das Urheberrecht erdacht ist“, wir bezahlen zwei Highspeed-Internet-Anschlüsse (Büro und privat), zahlen dreimal GEZ (Auto, Büro, Privat), insgesamt fünf Mobilfunkverträge (ich habe peinlicherweise zwei), und zusammen sicher rund 50 Euro im Monat für Musik, Filme, Bücher und Apps, wir haben Spotify und den BBC iPlayer im kostenpflichtigen Abo und seit neuestem sogar dieses Entertain-Dingens. Wir geben jeden einzelnen Tag Geld für Unterhaltungsinhalte aus und ich bin es verdammt noch mal leid, mir dauernd vorwerfen zu lassen, ich würde Urheber nicht respektieren, während ich selbst einer bin. Nur eben einer, der nicht rumheult wegen des Internet, sondern anders Geld mit seiner Arbeit verdient als vor 20 Jahren. Insert Bob Dylan quote here.
Und kommt mir jetzt nicht wieder mit „Ja, Johnny, bei DIR ist das ja was anderes, du bist ja eine Ausnahme, aber die ganzen bösen Piraten-Kinder!“ … Ich sag euch was: Wenn mein Sohn einen Song kauft, nachdem er zuvor alle YouTube-Videos des betreffenden Künstlers auswendig gelernt hat (und das tut er sehr regelmäßig), dann helfe ich ihm dabei, dass sein Bruder den Song auch aufs Handy bekommt, denn ich werde dafür nicht zweimal bezahlen, nur weil ich zwei Söhne habe. Ich habe schließlich bisher auch nicht zwei CDs kaufen müssen. Cro lief in unserem Haushalt in der kostenfreien Version schon lange hoch und runter, bis es die EP dann bei den üblichen Musikportalen gab, und dann haben wir den Kram trotzdem noch mal gekauft, weil er einfach großartig ist und von mir aus sowohl der Künstler als auch alle anderen Beteiligten bis zur PR-Abteilung daran verdienen sollen – und wir waren nicht die einzigen, die so dachten, sonst wäre der Song nicht auf Nummer Zwei in die Charts gegangen. Und wenn ich eine englischsprachige TV-Serie oder einen Film wegen bekloppter und überholter Regionsabkommen nicht legal bekomme, dann dauert es trotzdem keine halbe Stunde, bis ich ihn habe, und DAS, liebe Industrie und liebe Leistungsschutzrecht-Journalisten, ist nichts anderes als völlig grandios und daraus wäre ein so unfassbar großes Geschäft zu machen, denn nicht nur ich würde dafür bezahlen (und tue das an den Stellen, an denen es möglich ist bereits), wenn ich diese dämlichen Halb-Porno- und Abzocker-Werbungen auf bestimmten Suchportalen nicht mehr ertragen müsste. Ich WILL den Urhebern und Produzenten der Inhalte, die ich mag, mein Geld geben, denn sie haben es verdient.
Urheberrechtsabschaffungspiraten und Medien-Panik-Journalisten gleichermaßen: Macht eure Hausaufgaben, lernt von der anderen Seite, hört ihr zu und nehmt die Argumente an den richtigen Stellen ernst, damit wir hier mal langsam vorwärts kommen. Reformiert die planlose GEMA, die mit ihrer aktuellen, völlig am Thema vorbei agierenden Image-Kampagne erneut beweist, dass sie nicht einmal den Ansatz eines Schimmers hat, worum es in ihrem irre schlechten Ansehen in der Bevölkerung wirklich geht; setzt euch mit den Googles und Facebooks dieser Welt, die keineswegs so harmlos und weltrettend sind, wie es einige Anti-Urheberrechtsmeinungen zu glauben scheinen, sowie mit den Geräteherstellern und Zugangsprovidern an einen Tisch; und verhandelt zusätzlich zu den vorhandenen und kommenden Verwertungsarten von iTunes bis Spotify fair zu verteilende Pauschalen an den vielen anderen Stellen, an denen tonnenweise Geld mit dem Zugang zu Inhalten gemacht wird.
Aber lasst mich um Johnny Cashs Willen in Ruhe mit eurer lächerlichen Kulturpanik auf der einen und der Zensur- und Wissenszugang-Paranoia auf der anderen Seite. Es gibt so viele Themen, über die es sich zu reden lohnt. Dass vielleicht unterschiedliche Schöpfungsbereiche auch unterschiedliche Urheberrechte brauchen; dass wir Lösungen für den privaten Produktions- und Konsumbereich nötig haben; dass Komponieren eben doch etwas anderes ist als Programmieren; dass es ohne Urheberrecht auch kein Creative Commons geben kann; und noch so vieles mehr.
Doch darüber redet ihr nicht. Stattdessen sehe ich polemischen Lobby-Müll auf vielen Seiten und starrköpfige Ich-erkläre-euch-die-Welt-Positionen zwischen romantisch verklärter Sozial- und Wirtschaftsutopie sowie kulturellem Weltuntergangspopulismus mit politischen Zielen.
Das ist so unglaublich langweilig.
Und vor allem, damit sind wir wieder beim Thema: unkreativ.In der Debatte gibt es für mich im Moment nur zwei unumstößliche Fakten:
1) Das Urheberrecht wird nicht abgeschafft werden, selbst wenn ganz viele Piraten ganz doll mit dem Fuß aufstampfen.
2) Private Kopien von digitalen Dateien lassen sich nicht unterbinden, selbst wenn sich die Vereinten Nationen einschalten.
Es gilt daher meiner Meinung nach
1) in einer Realitätsüberprüfung festzustellen (manche Piraten tun übrigens genau das), an welchen Stellen das Urheberrecht in digitalen Zeiten Anpassungen (zur Verbesserung, auch für die Urheber!) gebrauchen kann, um nicht zu einer gesellschaftlichen Plage zu werden und Ungerechtigkeiten zu unterstützen, statt Rechte zu sichern, und
2) diese Tatsache einfach zu akzeptieren oder gar zu ignorieren, und stattdessen Einnahmen für Urheber an anderen, im Zusammenhang mit Inhalten kommerziell agierenden Stellen zu generieren, sowie den Erfolg illegaler Portale, der keineswegs allein auf der Tatsache basiert, dass sie kostenlos sind, in legale Modelle zu übertragen.
Ich schreibe übrigens ein Buch (mit), das hoffentlich toll und irgendwann mal ganz oft gekauft wird, und ich mache auch wieder Musik, und zwar keineswegs nur als Hobby, und freue mich wahnsinnig über und auf beides.
Trotz Internet.
UPDATE Die Piratenpartei hat am 15.4.2012 den Artikel „Vorstellung der Urheberrechtspositionen der Piratenpartei und Aufklärung von Mythen“ veröffentlicht.
UPDATE Lesenswert: Oliver Nagel.
UPDATE Golem hat diesen Artikel mit meiner Zustimmung übernommen.
and prepare yourself:
MARCEL VOGEL & ALEX ANTONAKIS am 23. Juni, 18h @ schlichtgutemusik.de
laters: 23. Juni 24h @ LOVEcloeb, Mannheim, Beilstr. 29
pic by Jan Klomppic by Bobby Anders
FR 11. May SCHLICHT&ERGREIFEND pres. Ubbo Gronewold (Caresscaress) + Soundball
SA 12. May Sounds.at.Schlicht by Lex7Seven, Badesee "Schlicht"
The main rulers of the digital revolution has been an army of DIYers growing their ideas to be bought by the capital. Now the next revolution is on the way: The bits get now atomized by thousands of selfmade engineers. The net gives them crowdsourcing and components.
WIREDs chief editor Chris Anderson about the democracy of invention..
“Flipside Minifesto” – a frantic trip through the
dark side of disco hosting brothers in arms from everywhere. Lots of
sonic electro funk, cosmic disco, acid house, post punk synths and some
kraut derivates. Venue: different spots around Mannheim - subscribe email bulletin or rss feed for further details..
“Disco Gelato” –
the euphoric ride on a disco horse owes his luscious name it’s home:
based in a bar tendering Italian gelato ice cream DG celebrates mainly
hot & dusty fingers disco from Italy, America and Germany back in
the days. Mixed up with house music and also some GI disco funk and
pure funk. Venue: Bar Lido, Seckenheimerstr. 26, Mannheim
“Thank God it’s Friday” –
More than 40 years of contemporary dance music is far enough time to
attend it’s history and dimension as a sincere part of modern culture.
Best way to do so we show movies and documentary films concerning this
versatile music and way of life. From time to time we also present some
readings.
Venue: Cinema Quadrat, Collini Center, Mannheim and at some Off Locations >> more
“Schlicht & Ergreifend”
– outdoor soirée dipping with sunset into hearted summer nights. 15
kilometers outside of Mannheim/Ludwigshafen located at beautiful lake
“Schlicht”. Eclectic soundscape from balearic perls to early
electronica.
Venue: Schlicht, Neuhofen, 49°24'54.72"N 8°26'55.84"O >> more
FOR INVITATIONS SUBSCRIBE EMAIL BULLETIN OR RSS FEED
Growing up in Mannheim Germany during the 70’s and 80’s there was no chance to miss the dance! First thing to say that it is possible to compare Mannheim with Detroit as „the cradle of FUNK“ and as an el dorado of urban dance music in a flamboyant way: While in late 19th century Detroit’s Henry Ford was brooding about the idea to build an automobile, in Mannheim the very first car has already been invented by Mr. Carl Benz. Due to this both cities have risen to hotspots where technology played a leading role and where folks developed a deep belief and love in technology – later also in techno inspired or generated music such as the German Kraftwerk and Detroit’s Funkadelic, Parliament and Cybotron. Second and more important is the fact that during the cold war Mannheim was one of the biggest bases for US Forces. As a result of this Mannheim’s cityscape was dominated in the 70’s an 80’s by black American GI’s - ultracool afroheads cruisin' through downtown playin' up their sound systems or bearing up huge ghetto blasters buzzin' the hottest DISCO and FUNK -styles and -flavours to the city. Shows on the military radio stations spread their transmissions providing the latest smashhits from the streets of NYC, LA and Detroit.
This was the environment when SOUNDBALL started building up his musical background and it didn’t take long until Mannheim’s already strong disco scene was enriched by the first hot rollerskatedisco in 1980. Tunes from Zapp, Fatback, Kleeer, Kano, Sugarhill Gang, Mtume and stuff by Salsoul formed the soundtrack of the night – one of the first spots for SOUNDBALL to go out. A couple of years later he found himself in the jerkin’ strobe light of a tight EBM-Club again: The „Hard Rock Club“. Soon the electronic consistency of post punk mashed with rising house music to acid house and techno in the late 80’s and early 90’s when SOUNDBALL started DJing around his hood to end up at the legendary MILK! Club performing as resident at the back floor.
The milk! was the epitome of rave – from the rather naive beginnings to the days of lost innocence ...and it is still considered to be one of the important venues in the German club history. An adventurous time for music had its peak when many music derivates of previous years found themselves mashed up in urban dance. During the 90’s SOUNDBALL played the important clubs of southwest Germany until his bourgeois side of life took it’s tribute and caught him in his job as a journalist. Since 2008 the bohèmian is back to the turntables offering his music experience covering the last 30 years and taking you on a trip through urban dance history!
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log: gast@soundball
pass: soundball
Vor 1991
Die überregional bekannten und exzessiven 90er des Mannheimer Clubgeschehens mit zentralen Epochen wie beispielsweise Milk, Universe/Psychokotisch, Talkin’ Spring und Boerding Café sind auch das getrimmte Ergebnis eines Tanzflächen Work Outs, der schon in den 70ern seinen Anfang nahm und dann in den Achtzigern schweißtreibend in Bestform gelang. Dank der GI-Besatzung, der Nähe zum kosmopoliten Frankfurt und einer gewissen Verbundenheit zum dekadenten München, die Disco-Hochburg jener Zeit, bekam Mannheim viel hedonistische Nestwärme ab, um sich zu einem prosperierenden Subzentrum süddeutschen Nachtlebens zu entwickeln. Nicht ohne Grund sind die damaligen Discotheken-Tycoone Schüler und Presinger, die unter ihren 30 Nachtclubs auch das Frankfurter Dorian Gray besaßen, Mannheimer und das leider so schnöselige Tiffany gehört zu den ersten drei Discotheken der Republik.
Mein erstes Mannheimer „Cluberlebnis“ war als Kind die Eröffnung einer Rollschuh-Bahn im obersten Stock eines Parkhauses in R7 – das war 1980. Dort hatte man für die Youngsters ein Vorabendprogramm und die meisten Eltern dachten, dass da sportif ein paar Runden gedreht werden. Was sie wohl nicht wussten ist, dass es sich um eine waschechte Disco handelte: Über der Parkett-Laufbahn strahlten etliche Disco-Kugeln und aus den massiven Bässen und Hochton-Hörnern entlang der Bahn wuppte mindestens die Hälfte des Abends lupenrein Funk, Rap und Disco. Die Macher hatten eigens DJ Ricky aus L.A. nach Mannheim umgesiedelt, der immer das Neuste auf dem Teller hatte – er pflegte einen Stil wie Don Tracy, den wir Kids vom GI-Sender AFN in dieser Zeit kannten: mit Ansage und extralangen Clubversionen. Ich fühlte mich schlagartig wohler als an der heimigen Kompaktanlage und viele Mannheimer aus dieser Zeit auch...bis der „Rollertreff“ 1983 einfach abbrannte.
Die Deutschen begannen sich also in den Mittachtzigern zunehmend in die schwarzen GI-Clubs der Stadt zu trauen. Das Scala in P7 und das Alcazar in U1 waren nun die Adressen für die Freunde des Bass, wer Nachbarn mit Auto hatte schaffte es nach Worms in die riesige Star Disco mit leuchtender Tanzfläche und der neue Ricks Club in N5 hatte auch einen Funk-kompatiblen Abend. Übrigens leuchtete dort auch die Tanzfläche und Anfang 90er sollte dort auch Chaka Khan ihre Mähne im Schwarzlicht schwingen als sie ein paar Jahre in Mannheim lebte. Doch schnell wurde hier klar: Nicht die Musik und die Party, sondern die Anmache stand im Mittelpunkt des Geschehens. Und mittlerweile waren funkige Grooves und elektronische Elemente in den Produktionsstudios der Welt salonfähig geworden und haben genreübergreifend Einzug gehalten. Wer einen gut gemischten Dance Abend erleben wollte ging ins Le Jardin in K2 - lasziv, helenistisch, schwul und heiß - und wem nach Untergrund war, der stürzte sich ins kalte Neon-Strobo des Hard Rock Clubs in T1 in der Breiten Straße. Dieser hatte Anfang der 80er eröffnet und sich zum Sammelbecken für alles unter der „kommerziellen“ Oberfläche entwickelt: Punk, Industrial, Rockabilly, Ska, New Wave, Post Punk und: Elektro. Das gab’s ab 1986 von Gregor „DJ G.O.D.“ Dietz – natürlich gegen den Willen spaßbefreiter Rockisten – aber was sein musste, musste sein. Noch einmal sollte sich das Prinzip Disco nicht die Platten verbrennen lassen wie einst im Juli `79.
G.O.D.
Gregor lernte ich etwa`85 beim Rumlungern vor dem Hard Rock Club kennen. Wir waren beide Luft schnappen, denn unten schrammelte Marco, der damalige Geschäftsführer des Hard Rocks ein schmerzhafte Runde Indie-Rock zusammen. Gregor trug immer das Zeichen der Einstürzenden Neubauten an seinem Zweireiher und wir begannen uns über Industrial, New Wave, Post Punk und den Einfluss von Dance Rhythmen auf diese Indie-Elektronik zu unterhalten. Gregor war der erste des damaligen Undergrounds den ich kennen lernte, der den Spaß am Tanzen vor die Botschaft stellte und den Hedonismus im im Indie verfochte – er verkörperte im Bereich Indie den Discjockey und nicht etwa den gewohnten Plattenleger. Diese Attitude kannte ich vorher im Rahmen von Mannheim nur aus der damals kommerziell orientierten Disco-Community.
milk!
Das milk war gesetzlos – erst ökonomisch und inhaltlich,
später eher im Sinne der Sitte. Ein Paradebeispiel, wie aus unternehmerischem Planlosigkeit eine Spielwiese, ein Labor, ja eine
Laborgemeinschaft clubkulturellen Forschens entstehen kann. Die
Objekteingentümer Blank und Radosevic hatten sich 1990 beim DDR-Sellout gerade
die Filetstücke der Leipziger Messe gekrallt und überließen Dirk Mantei, der
zuvor mit Acid House Parties im Heidelberger Normal auf den Plan gekommen war,
einen ausgelutschten Schickimicki-Club in P7, um ihm neues Leben einzuhauchen.
Das „milk!“ war geboren.
Es begann dort eine Phase des stilistischen Orientierung, des fruchtbaren Trial and Errors. In dieser Zeit war im milk alles zu hören, was Spaß machte: Bleeps & Clonks, Manchester Rave, Acid Jazz & Jazz Funk, House Music, Detroit Techno, Elektro Funk, New Yorker Hardcore Techno und Lässiges aus Bristol. Nur Leute fehlten. Es sollte noch fast zwei Jahre dauern, bis das milk richtig en vogue wurde und Dirk Mantei pufferte nach allen Regeln der Kunst den allmählich wachsenden ökonomischen Druck durch die Clubbesitzer. Denn die Party stieg trotzdem: Auf dem Floor tummelte sich ein kleiner bunter Haufen aus Nachtschwärmern unterschiedlichster Herkunft, geeint durch die Neugier an elektronischer Musik und einem leisen Verdacht: This is the dawning of a new era!
Es war Nils „Puppetmaster“ Hess aus England, der die Formel für den Zündstoff im Plattenkoffer mit ins milk schleppte: Breakbeats, Breakbeats, Breakbeats.
Musikalisch überhaupt nicht mein Ding. Zu aufgeregt, zu überladen, zu unsexy. Aber gruppendynamisch ereigneten sich von nun an nie zuvor erlebte Hedonismen höchster Höhenflüge, aber auch tiefster Abstürze. Im Breakbeat Rumble des milks verschmolzen in babylonischer Weise unterschiedlichste Milieus, die der Südwesten zu bieten hatte: Von der Decke tropfte der Sud altbekannter Nachtkreaturen genau so wie von entglittenen Gymnasiasten, verkoksten Tiffany Poppern, pharmazeutisch domestizierten Hooligans, orientalischen - bestens integrierten - Drogenhändlern, neonfarben bemalten Speditionskauffrauen sowie von Feierabend-Nutten und ihren Schutzbefohlenen – die meisten „geschisse dick zu“. Und wer schon jenseits war, strandete bei mir im Chill Out. Dort versuchte ich dann mit einem entspannenden und sonischen Mix aus Techno, Electronica und House den Menschen ihren Glauben an die Welt zurück zu geben. Die einen justierten dabei ihre Herzfrequenz, andere puzzelten am Muster des Teppichbodens: entweder rekonvaleszierte man sich oder qualifizierte sich für die Psychatrie.
Fortsetzung folgt...